28. 5. 2020

DAS FESTIVAL JANÁČEK BRNO STEIGT!

Nachdem bei der sechsten Auflage des Festivals Janáčeks Bühnenwerk in seiner ganzen Bandbreite präsentiert wurde, wird das diesjährige Festival die stürmischen Entwicklungen in der Musik und den allgemeinen künstlerischen Aufbruch beleuchten, die an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine Vielfalt an neuen Ideen und bis dahin ungekannten Möglichkeiten mit sich brachten. Über fast drei Wochen hinweg wird das Festival seinen Besuchern herausragende Operninszenierungen, hochkarätige Konzerte und vor allem weltbekannte Künstler wie Robert Carsen, Jakub Hrůša, Karita Mattila, Pavol Breslik, das Pavel Haas Quartet, die Bamberger Symphoniker oder Jan Bartoš bieten.

Die siebte Auflage des Festivals Janáček Brno findet vom 28.9. bis zum 16.10.2020 statt und knüpft an die erfolgreichen früheren Jahrgänge dieser herausragenden Biennale an. Das Festival Janáček Brno 2018 wurde sogar als erstes Ereignis seiner Art in Tschechien bei den begehrten International Opera Awards zum besten Festival des Jahres gekürt.

Trotz der schwierigen Situation ist es gelungen, das im Dezember letzten Jahres angekündigte Programm mit nur minimalen Änderungen beizubehalten. „Angesichts der momentanen weltweiten Beschränkungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Epidemie sind die Premieren zweier Inszenierungen abgesagt worden, die im Herbst auf dem Festival präsentiert werden sollten. Es handelt sich um die Jenůfa-Produktion des Theaters Bremen unter der Regie von Armin Petras sowie um die Jenůfa-Inszenierung von Claus Guth, welche die Royal Opera in Covent Garden vorbereitet. Für beide Aufführungen konnten wir einen angemessenen Ersatz finden, außerdem wurde in das Festivalprogramm eine weitere Premiere der Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno aufgenommen.“ (Jiří Heřman, künstlerischer Leiter der Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno)

Die Bremer Jenůfa wird im Programm durch die Inszenierung Das schlaue Füchslein unter der Regie von Linda Keprtová und der musikalischen Leitung von Martin Doubravský ersetzt, welche auf dem Festival vom F.-X.-Šalda-Theater aus Liberec präsentiert wird. Als Ersatz für die Londoner Produktion wird Martin Glasers erfolgreiche Brünner Inszenierung von Jenůfa unter der Leitung des Chefdirigenten Marko Ivanović zu erleben sein. „Es ist uns eine große Freude, dass wir für die Rolle der Küsterin in diesen zwei besonderen Festivalvorstellungen die weltbekannte Opernsängerin Karita Mattila gewinnen konnten, die in dieser Rolle eigentlich in der Londoner Inszenierung auftreten sollte.“ (Martin Glaser, Direktor des Nationaltheaters Brno)

Ein neuer, zusätzlicher Programmpunkt ist die Premiere der Oper Griechische Passion von Bohuslav Martinů am 7. Oktober im Janáček-Theater. Unter der Regie von Jiří Heřman und in der musikalischen Einstudierung von Robert Kružík wird hier das Ensemble der Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno zu erleben sein. Eine letzte Änderung betrifft das Konzert in der Alt-Brünner Basilika am 11. Oktober, bei dem Janáčeks Glagolitische Messe und sein Ewiges Evangelium erklingen werden. Ausführende sind statt dem Orchester der Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno nunmehr die Philharmonie Brno unter ihrem Chefdirigenten Dennis Russell Davies zusammen mit dem Chor der Janáček-Oper.

Bei allen weiteren Programmpunkten gibt es gegenüber den früheren Ankündigungen keine Änderungen. Zum feierlichen Auftakt des Festivals wird Janáčeks eher seltener aufgeführte Oper Schicksal zu erleben sein, die jedoch einen wichtigen Schritt in seiner kompositorischen Entwicklung und in seiner Suche nach einem modernen Opernkonzept markierte. Mit der Inszenierung wurde der weltbekannte Regisseur Robert Carsen betraut, der seine Aufführung zusammen mit dem Ensemble der Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno und unter der musikalischen Leitung ihres Chefdirigenten Marko Ivanović direkt für das Festival kreieren wird. Das Finale des Festivals wird im Zeichen der herausragenden Bamberger Symphoniker unter der Leitung von Jakub Hrůša stehen, weiter dürfen sich die Festivalbesucher auf Liederrezitale von Tomáš Král und Pavol Brešlík und auf ein Klavierrezital von Jan Bartoš und Jan Jiraský freuen, und auch Chorwerke werden nicht fehlen – diese bringen der ausgezeichnete Arnold Schoenberg Chor aus Österreich und der Prager Philharmonische Chor zu Gehör. An Kammerensembles werden sich unter anderem das Zemlinsky Quartet, das PhilHarmonia Octet Prague, das Brno Contemporary Orchestra oder das Pavel Haas Quartet präsentieren.