Opera Vlaanderen

Dirigent Tomáš Netopil

Regie Kornél Mundruczó


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Zu einem der Highlights des Festivals verspricht die Inszenierung der Sache Makropulos von der Opera Vlaanderen zu werden, die schon zahlreiche Werke Janáčeks auf ihrem Konto hat. Am Dirigentenpult wird einer der bedeutenden tschechischen Dirigenten stehen – Tomáš Netopil, der sich der Interpretation von Janáčeks Kompositionen regelmäßig sowohl im Theater als auch im Konzertsaal widmet. Die im Jahr 2016 erstmals aufgeführte futuristische Produktion ist das Werk des herausragenden ungarischen Filmregisseurs Kornél Mundruczó, dessen Filmschaffen regelmäßig bei renommierten Festivals wie etwa in Cannes oder beim Sundance Film Festival ausgezeichnet wird. Mundruczó ist auch der Gründer der unabhängigen Theaterkompanie Proton Theater, mit der er bei namhaften Festivals wie den Wiener Festwochen, in Berlin oder Brüssel auftritt.

Die Sache Makropulos ist eine logische Fortsetzung in Janáčeks Werk. Nach dem philosophischen Thema des Lebenskreislaufs im Schlauen Füchslein wandte sich der Komponist einem Sujet zu, welches die Fragen aufwirft, ob die Unsterblichkeit den Menschen Glück bringen kann oder ob der Inhalt des menschlichen Lebens gerade in der Unausweichlichkeit seines Endes liegt. Ausgangspunkt für die Oper war das gleichnamige Theaterstück von Karel Čapek (1890-1938). Čapek reagierte auf Janáčeks Bitte, ihm eine Opernadaption des Stückes zu gestatten, anfangs sehr skeptisch, und auf den ersten Blick mag es den Anschein haben, er habe Recht gehabt – einer Oper, die im wenig attraktiven juristischen Umfeld angesiedelt ist, voller Dialoge und mit einer so verwickelten Handlung, dass schon allein die Klärung der Familienverhältnisse eher eine Aufgabe für einen versierten Genealogen wäre, würde man nicht unbedingt allzu großen Erfolg prophezeien, und dies war auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht anders. Janáček kürzte jedoch den Text und veränderte mit dem untrüglichen Gespür des Dramatikers ähnlich wie beim Schlauen Füchslein das Ende – anders als in der Vorlage muss die unglückliche Elina Makropulos, eine weitere große Heldin Janáčeks, keine 300 Jahre leben und sich dabei in eine gefühllose Kreatur verwandeln, sondern darf schließlich im Frieden mit sich selbst und mit Gott dahinscheiden. Die Sache Makropulos war bei ihrer Premiere im Jahr 1928 ein großer Erfolg, und heute gehört das Werk vor allem im Ausland zu Janáčeks meistgespielten Opern.

Patricie Částková