Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno

Autor Leoš Janáček

Dirigent Marko Ivanović

Regie Jiří Heřman


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  • Obsah opery

    1.Akt
    An einem heißen Sommernachmittag geht der Förster durch seinen Wald. Bei einer kurzen Rast schläft er ein. Der Wald ist voller Leben: Fliegen schwirren umher, eine Grille und eine Heuschrecke spielen Walzer, eine Mücke schwankt betrunken von menschlichem Blut und ein kleiner Frosch versucht sie zu fangen. Das kleine Füchslein Bystrouška beobachtet erstaunt das Geschehen. Besonderes Interesse erregt der Frosch. Als es sich ihn aber genauer ansehen möchte, springt dieser erschrocken dem Förster ins Gesicht. Der aufgewachte Förster erblickt Bystrouška, und ehe sich das Füchslein versieht, wird es ins Haus des Försters gebracht. Verwandlung Bystrouška lebt gefangen auf dem Hof der Försterei in der Gesellschaft des Hundes Lapák und einiger Hühner. Pepík, der Enkel des Försters, prahlt vor seinem Freund Frantík mit dem neuen Zuwachs. Die Jungen setzen Bystrouška mit einer Gerte zu. Die Füchsin beißt Pepík ins Bein und wird zur Strafe angeleint. Die ganze Nacht sehnt sie sich nach dem freien Leben im Walde. Am Morgen denkt sie sich einen neuen Plan aus. Als erster bekommt es der Hahn mit seinen Hennen zu spüren, die sich mit ihrer beispielhaften Tüchtigkeit brüsten. Bystrouška überlistet die einfachen Geschöpfe, was den Hahn und die meisten Hennen schließlich ihr Leben kostet. Der wütende Förster will die Füchsin verprügeln, sie beißt jedoch die Leine durch und verschwindet im Wald.

    2.Akt
    Bystrouška wurde während ihres Aufenthalts im Haus des Försters ein bisschen vorlaut und spöttisch. Sie vertreibt den alten Dachs und bezieht zufrieden seine Dachshöhle. Verwandlung Im Wirtshaus „U Pásků“ sitzt der Förster mit seinen Freunden beim Kartenspiel und einem guten Tropfen. Der Förster macht sich über des Schulmeisters Zuneigung zu Terynka lustig, dieser kontert mit einer Frage nach Bystrouška. Alle verlassen das Wirtshaus mit taumeligen Schritten. Bystrouška beobachtet heimlich die nächtlichen Passanten. Sie versteckt sich unter Sonnenblumen, wohin auch der betrunkene Schulmeister fällt, nachdem er die wippenden Blüten für das Antlitz seiner geliebten Terynka gehalten hat. Der Pfarrer erinnert sich an seine Studentenliebe, dessen Gedanken werden ebenfalls von Bystrouška gestört. Der herbeikommende Förster schießt auf die Füchsin; der Schulmeister und der Pfarrer laufen erschrocken davon. Verwandlung In einer lichten Sommernacht begegnet Bystrouška dem stattlichen Fuchs Zlatohřbítek. Aus der anfänglichen Sympathie wird Liebe. Die Waldtiere beobachten entrüstet Bystrouškas unsittlichen Lebenswandel, erst eine schnelle Hochzeit beruhigt sie.

    3.Akt
    Der Sommer ist vorbei, und der Förster trifft den Wilderer und Geflügelhändler Harašta im Wald. Harašta erzählt von seiner anstehenden Hochzeit mit Terynka. Den Förster interessiert jedoch eher, ob Harašta in seinem Revier wildert. Später erscheint Bystrouška mit Zlatohřbítek und einigen jungen Füchschen. Als Bystrouška Harašta mit einem Tragekorb Geflügel wittert, will sie ihn necken. Sie tut, als ob sie hinke, und immer wenn Harašta auf sie zielt, läuft sie geschwind davon. Aber das Spiel endet tragisch – Harašta trifft und erschießt Bystrouška. Verwandlung Der Förster erfährt im Wirtshaus, dass Haraštas Braut Terynka einen Fuchspelz zur Hochzeit bekommen habe – deshalb hat er also den Fuchsbau leer vorgefunden! Die Nachricht von Terynkas Vermählung betrübt den Schulmeister zutiefst, der Förster beruhigt ihn, dass sie sowieso keine gute Frau für ihn gewesen wäre. Allen wird schwer ums Herz, der Förster geht lieber nach Hause. Auf dem Weg durch den Wald erinnert er sich an seine Jugend, bewundert die Schönheit der Natur und wird gewahr, wie sich das Leben ewig wiederholt. Der Wald sieht aus wie damals, als er Bystrouška fing. Da sieht er wieder ein Füchslein… wie der Mutter aus dem Gesicht geschnitten! Er will es wiederum fangen, aber ein kleiner Frosch, ein Enkel des damaligen, durchkreuzt das Vorhaben.

Keine Oper ist so sehr mit Brno und seiner Umgebung verbunden wie Janáčeks Schlaues Füchslein. Daher wird die neue Inszenierung, welche zum festlichen Auftakt des neuen Festivaljahrgangs zur Aufführung kommt, durch das Ensemble der Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno geschaffen. Seinen ersten Schritt in die Welt der Janáček-Opern tut damit Regisseur Jiří Heřman, der künstlerische Leiter des Brünner Opernensembles.

Jede Oper Janáčeks ist ein Original, und so ist dies auch im Falle des Schlauen Füchsleins, wo auf der Bühne die menschliche und die Tierwelt fließend ineinander übergehen. Das Werk ist lyrisch und melodisch, es sprüht vor Humor, der liebevoll, aber gleichzeitig auch in bester Janáček-Manier leicht stichelnd ist, und es fesselt durch seine Erdverbundenheit und seine liebevolle Lebensphilosophie vom ewigen Kreislauf des Lebens. Am Beginn der Geschichte vom schlauen Füchslein stand die Entscheidung der Brünner Redaktion der Tageszeitung Lidové noviny, ihre Leser regelmäßig mit gezeichneten Bildern und einem witzigen Text zu unterhalten. Unter den angesprochenen Malern war auch Stanislav Lolek (1873–1936), ein großer Naturliebhaber und ursprünglich Jäger von Beruf. Lolek zierte sich zunächst, doch der Redakteur Markalous entdeckte in seinem Atelier unter einem Haufen alten Gerümpels angestaubte Zeichnungen von einem tobenden Jäger mit gesträubtem Bart und von einem durchtriebenen Fuchs. Dem Chefredakteur Heinrich gefielen die Bilder, und er beauftragte Rudolf Těsnohlídek (1882–1928) damit, die begleitenden Texte dazu zu schreiben. Der Haushalt der Janáčeks gehörte zu den regelmäßigen Lesern der Lidové noviny, und den Komponisten faszinierten die Bildgeschichten. Zu Weihnachten 1921 begann er das Szenario einer neuen Oper über das Schlaue Füchslein zu skizzieren und nahm die Arbeit an einem Libretto nach Těsnohlídeks Texten auf. Bevor er mit dem eigentlichen Komponieren begann, informierte sich Janáček auch genauestens über das Leben der Füchse: von einem Freund aus Hukvaldy, dem Gutsbesitzer Ludvík Jung, ließ er sich einen Bericht darüber schicken, in welchem Alter Füchse geschlechtsreif werden, wie viele Junge sie haben, wie lange die Tragzeit ist und wie oft sie Junge werfen. Bei seinen Aufenthalten in Hukvaldy ging der Komponist oft zusammen mit dem Förster Sládek in den Wald, der dort einen Fuchsbau aufspürte, und gemeinsam beobachteten sie die umhertollenden Fuchswelpen. Von den ursprünglichen Kapiteln aus Těsnohlídeks Geschichtenserie übernahm Janáček nur zehn, wobei er die Welt der Tiere hervorhob und die Zahl der auftretenden menschlichen Charaktere reduzierte. Während Těsnohlídeks Erzählung mit der Hochzeit von Schlaukopf und Goldrücken endet, entschloss sich Janáček zu einer grundlegenden Änderung und ließ die Hauptfigur sterben, da er als echter Dramatiker die Notwendigkeit einer Katharsis spürte. Das schlaue Füchslein hatte seine Weltpremiere am 6. November 1924 in Brünn. Die musikalische Einstudierung übernahm der Dirigent František Neumann, der damals die Oper leitete und sich sehr für die Verbreitung von Janáčeks Werk einsetzte.

Patricie Částková



Das Nationaltheater Brno ist Partner von Opera Vision. Dieses internationale Projekt präsentiert dem Publikum auf der ganzen Welt per Live-Streaming Inszenierungen führender europäischer Opernhäuser. Als erster von drei Beiträgen der Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno wird am 18.11.2018 das Schlaue Füchslein als Livestream zu erleben sein. Weitere Informationen unter www.operavision.eu