16. 10. 2026, 19 Uhr

Reduta-Theater – Mozart-Saal


Tenor: Aleš Briscein
Alt: Michaela Zajmi
Klavier: Kryštof Mařatka
Klarinette: Yan Mařatka
Viola: Karine Lethiec

3 weibliche Stimmen

16. 10. 2026

19 Uhr

Reduta-Theater – Mozart-Saal


Tenor: Aleš Briscein
Alt: Michaela Zajmi
Klavier: Kryštof Mařatka
Klarinette: Yan Mařatka
Viola: Karine Lethiec

3 weibliche Stimmen

Leoš Janáček: Kinderreime (Fassung 1925), JW V/16 / acht Lieder für eine bis drei Mezzosoprane, Klarinette und Klavier

Kryštof Mařatka: Altotem / nächtliche archaische Musik für Viola mit Klavierbegleitung (Tschechische Premiere)

Kryštof Mařatka: Pastorale Fabeln / für Viola, Klarinette, Klavier und tschechische und mährische Volksinstrumente

Kryštof Mařatka: Das Geheimnis des Herrn Rybka / Melodram für einen Komiker (und einen) Pianisten nach einer Erzählung von Karel Čapek

Leoš Janáček: Tagebuch eines Verschollenen, JW V/12 / Liederzyklus für Tenor, Alt, drei Frauenstimmen und Klavier


Während Janáčeks Musik ihre Wurzeln in der mährischen Volksmusik hat, lässt sich Kryštof Mařatka (geb. 1971) von der ethnischen Musik verschiedener Kontinente inspirieren.

Die Komposition Pastorale Fabeln von Kryštof Mařatka aus dem Jahr 2016 ist vom Klang der Volksmusik und ihrem Instrumentarium inspiriert, das der Komponist in Gegenüberstellung zu den klassischen Instrumenten einsetzt. Zum Einsatz kommen hier Instrumente wie der Bezovák (Holunderflöte), das Kammschneckenhorn, die Lumpenpfeife, die Nasenflöte, das Hirtenhorn oder die Knochenflöte.

Die Inspiration für sein Melodram Das Geheimnis des Herrn Rybka aus dem Jahr 2015 fand Mařatka in Karel Čapeks Erzählung Die Fußspur aus der Sammlung Taschen voller Geschichten. Hier spielen der Text und seine Handlung die Schlüsselrolle; daraus ergibt sich auch die musikalische Gestaltung, die keine dominierende Funktion einnimmt, sondern das Erzählen begleitet.

Die Komposition Altotem, eine nächtliche archaische Musik für Viola mit Klavierbegleitung, lässt sich von den wichtigsten Sammlungen einer führenden französischen Institution inspirieren, die Schätze der Vergangenheit und die Ursprünge menschlicher Tätigkeit präsentiert: dem Nationalmuseum für Archäologie in Saint-Germain-en-Laye bei Paris. Der Komponist erklärt, dass der „Altotem“ in seiner Vorstellung ein mythisches, uraltes und längst vergessenes Musikinstrument sei – eine Art Vorläufer der modernen Viola –, das mit seinem archaisierenden und ungewöhnlichen Klang die Sammlungen des Museums beschützt, über sie wacht und schützend die Hand über sie hält. Der Name selbst verweist darauf und setzt sich aus zwei Teilen zusammen: alto für Viola und Totem als Symbol für Schutz und Patronat.
Leoš Janáček (1854–1928) schenkte sich kurz nach seinem siebzigsten Geburtstag die heiteren, volkstümlichen Říkadla (Kinderreime). Diese Jahre sind für den Komponisten unter anderem durch seine bemerkenswerte Kammerinstrumentation geprägt (Říkadla, Concertino, Capriccio). Die Inspiration fand er – wie schon mehrmals zuvor – in seinen geliebten Lidové noviny, wo in der Beilage Dětský koutek kurze gereimte Verse erschienen, illustriert von Josef Lada, Ondřej Sekora und Jan Hála. Bei diesem Konzert erklingt die ursprüngliche Fassung der Říkadla für Mezzosopran, Klarinette und Klavier aus dem Jahr 1925, die Janáček später erweiterte.

In den Lidové noviny fand Janáček auch den Text zu einem weiteren Werk, dem Liederzyklus Tagebuch eines Verschollenen. Zur Zeit der Premiere von Jenůfa im Mai 1916 im Prager Nationaltheater erschien dort fortlaufend ein anonymer Gedichtzyklus mit dem Titel Aus der Feder eines Autodidakten. Die Geschichte einer Liebe zwischen einem jungen Mann und einem Zigeunermädchen, für die er Elternhaus und bisheriges Leben aufgab, faszinierte Janáček so sehr, dass er die Gedichte ausschnitt und zu vertonen begann. Er komponierte das Tagebuch eines Verschollenen im August 1917, kurz nach seiner Begegnung mit Kamila Stösslová in Luhačovice, ließ jedoch die unvollendete Komposition zunächst liegen. Erst 1919 nahm er die Arbeit mit neuer Begeisterung wieder auf, vollendete das Werk und ließ es abschreiben. Dennoch war er mit der Interpretation unzufrieden und legte den Zyklus erneut beiseite. Erst als ihm Anfang 1921 der Pianist und Dirigent Břetislav Bakala sowie der Tenor Jaroslav Lecian Teile des Zyklus vortrugen, überarbeitete Janáček das Werk und stimmte einer öffentlichen Aufführung zu, die am 18. April 1923 im Reduta-Saal in Brünn stattfand. Heute zählt das Tagebuch eines Verschollenen zu den bedeutendsten Liederzyklen der Musikliteratur des 20. Jahrhunderts.

Text: Jiří Zahrádka

Kryštof Mařatka: Pastorale Fabeln / für Viola, Klarinette, Klavier und tschechische und mährische Volksinstrumente

Leoš Janáček: Kinderreime (Fassung 1925), JW V/16 / acht Lieder für eine bis drei Mezzosoprane, Klarinette und Klavier

Kryštof Mařatka: Das Geheimnis des Herrn Rybka / Melodram für einen Komiker (und einen) Pianisten nach einer Erzählung von Karel Čapek

Kryštof Mařatka: Altonem / nächtliche archaische Musik für Viola mit Klavierbegleitung (tschechische Premiere)

Leoš Janáček: Tagebuch eines Verschollenen, JW V/12 / Liederzyklus für Tenor, Alt, drei Frauenstimmen und Klavier


Während Janáčeks Musik ihre Wurzeln in der mährischen Volksmusik hat, lässt sich Kryštof Mařatka (geb. 1971) von der ethnischen Musik verschiedener Kontinente inspirieren.

Die Komposition Pastorale Fabeln von Kryštof Mařatka aus dem Jahr 2016 ist vom Klang der Volksmusik und ihrem Instrumentarium inspiriert, das der Komponist in Gegenüberstellung zu den klassischen Instrumenten einsetzt. Zum Einsatz kommen hier Instrumente wie der Bezovák (Holunderflöte), das Kammschneckenhorn, die Lumpenpfeife, die Nasenflöte, das Hirtenhorn oder die Knochenflöte.

Die Inspiration für sein Melodram Das Geheimnis des Herrn Rybka aus dem Jahr 2015 fand Mařatka in Karel Čapeks Erzählung Die Fußspur aus der Sammlung Taschen voller Geschichten. Hier spielen der Text und seine Handlung die Schlüsselrolle; daraus ergibt sich auch die musikalische Gestaltung, die keine dominierende Funktion einnimmt, sondern das Erzählen begleitet.

Leoš Janáček (1854–1928) schenkte sich kurz nach seinem siebzigsten Geburtstag die heiteren, volkstümlichen Říkadla (Kinderreime). Diese Jahre sind für den Komponisten unter anderem durch seine bemerkenswerte Kammerinstrumentation geprägt (Říkadla, Concertino, Capriccio). Die Inspiration fand er – wie schon mehrmals zuvor – in seinen geliebten Lidové noviny, wo in der Beilage Dětský koutek kurze gereimte Verse erschienen, illustriert von Josef Lada, Ondřej Sekora und Jan Hála. Bei diesem Konzert erklingt die ursprüngliche Fassung der Říkadla für Mezzosopran, Klarinette und Klavier aus dem Jahr 1925, die Janáček später erweiterte.

In den Lidové noviny fand Janáček auch den Text zu einem weiteren Werk, dem Liederzyklus Tagebuch eines Verschollenen. Zur Zeit der Premiere von Jenůfa im Mai 1916 im Prager Nationaltheater erschien dort fortlaufend ein anonymer Gedichtzyklus mit dem Titel Aus der Feder eines Autodidakten. Die Geschichte einer Liebe zwischen einem jungen Mann und einem Zigeunermädchen, für die er Elternhaus und bisheriges Leben aufgab, faszinierte Janáček so sehr, dass er die Gedichte ausschnitt und zu vertonen begann. Er komponierte das Tagebuch eines Verschollenen im August 1917, kurz nach seiner Begegnung mit Kamila Stösslová in Luhačovice, ließ jedoch die unvollendete Komposition zunächst liegen. Erst 1919 nahm er die Arbeit mit neuer Begeisterung wieder auf, vollendete das Werk und ließ es abschreiben. Dennoch war er mit der Interpretation unzufrieden und legte den Zyklus erneut beiseite. Erst als ihm Anfang 1921 der Pianist und Dirigent Břetislav Bakala sowie der Tenor Jaroslav Lecian Teile des Zyklus vortrugen, überarbeitete Janáček das Werk und stimmte einer öffentlichen Aufführung zu, die am 18. April 1923 im Reduta-Saal in Brünn stattfand. Heute zählt das Tagebuch eines Verschollenen zu den bedeutendsten Liederzyklen der Musikliteratur des 20. Jahrhunderts.

Text: Jiří Zahrádka