28. 10. 2026, 19 Uhr

PREMIERE

Besední dům


Komponist: Leoš Janáček

Dirigent: Dominik Pernica
Regie: Jiří Heřman
Klavier: Julius Drake
Chor: Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno

Wiederholungen: 15. und 16. November 2026

TICKETS

28. 10. 2026

19 Uhr

PREMIERE

Besední dům


Komponist: Leoš Janáček

Dirigent: Dominik Pernica 
Regie: Jiří Heřman
Klavier: Julius Drake
Chor: Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno

Wiederholungen: 15. und 16. November 2026

TICKETS

Musikalische Einstudierung / Dirigent: Dominik Pernica 
Regie: Jiří Heřman
Dramaturgie: Patricie Částková
Klavier: Julius Drake
Bühnenbild: Tomáš Rusín
Kostüme: Zuzana Štefunková Rusínová
Chorleiter: Martin Buchta


Besetzung:

Přemysl (Bariton) – Daniel Kfelíř
Ctirad (Tenor) – Nicky Spence
Šárka (Sopran) – Eliška Gattringerová
Lumír (Tenor) – in Verhandlung

1. Akt
Nach dem Tod der Fürstin Libuše haben die Frauen ihre zahlreichen Privilegien verloren, darunter auch das Recht, sich ihre Ehemänner selbst zu wählen. Unter der Führung der Kriegerin Vlasta ziehen sie deshalb in den Krieg gegen die Männer. An der Spitze der Männer steht Přemysl, der Gemahl der verstorbenen Libuše. Auf dem Burghof von Libice erscheint der junge Krieger Ctirad. Přemysl heißt ihn willkommen, und Ctirad erklärt, dass er die Waffen seiner Vorfahren, die in Libušes Gruft aufbewahrt sind, zurückholen will. Nachdem Přemysl und die Edlen abgereist sind, steigt Ctirad in die Gruft hinab. In sein Nachdenken vertieft, wird er plötzlich von einer Gruppe kämpferischer Frauen unter der Führung von Šárka überrascht, die für ihre Anführerin Vlasta Libušes Krone erlangen will. Doch Ctirad vereitelt ihren Plan, und Šárka flieht mit ihren Gefährtinnen.

2. Akt
Obwohl Šárka spürt, dass ihre Liebe zu Ctirad wächst, obsiegt in ihr der Wunsch nach Rache. Sie befiehlt ihren Kriegerinnen, sie an einen Baum zu fesseln, und lässt sie sich in der Nähe verstecken. Vom Wehklagen Šárkas angelockt, eilt Ctirad herbei und befreit sie. Šárka erzählt ihm, Vlasta habe sie zur Strafe für den misslungenen Versuch, Libušes Krone zu erlangen, binden lassen. Von Šárkas Schönheit bezaubert, gesteht Ctirad ihr seine Liebe, und Šárka ist nahe daran, seinem Werben zu erliegen. Schließlich überwindet sie jedoch ihr Zögern und stößt ins Horn – das Zeichen für die versteckten Kriegerinnen, die herbeistürmen und Ctirad töten. Zu spät bereut Šárka ihre Tat.

3. Akt
Von Lumír angeführt, bringen die Männer Ctirads Leichnam auf den Vyšehrad und errichten einen Scheiterhaufen, um ihn zu verbrennen. Da erscheint Šárka und gesteht vor allen ihre Schuld. Dann stürzt sie sich auf den Scheiterhaufen und durchbohrt sich selbst. Als Lumír den Scheiterhaufen entzündet, staunen alle über die Macht der Liebe.

Das Motto der 10. Festivalausgabe lautet „Wurzeln“ – und genau zu diesen führt der Premierenbeitrag des Brünner Ensembles zurück. In Form einer site-specific-Inszenierung im Besední dům, einem Ort, der eng mit Leoš Janáčeks Wirken im Brünner Kulturleben verbunden ist, kehren wir an den Beginn von Janáčeks Opernschaffen zurück.

Die Oper Šárka existiert in zwei Fassungen – aus dem Jahr 1887, als Janáček das Werk lediglich als Klavierauszug vollendete, und aus dem Jahr 1925, in einer überarbeiteten und instrumentierten Version. Beim Festival werden beide Fassungen zu hören sein; Regisseur Jiří Heřman hat sich jedoch für sein Projekt für die ursprüngliche Version von 1887 entschieden. Im Raum des Besední dům führt er das Publikum mitten in den dramatischen Konflikt zwischen Männern und Frauen, der in einer Tragödie gipfelt. Den Klavierpart übernimmt der hervorragende britische Pianist Julius Drake, der dem Festivalpublikum bereits aus früheren Jahren als exzellenter Interpret von Janáčeks Musik bekannt ist.

Zu seiner ersten Oper inspirierte Janáčka das Werk des bedeutenden tschechischen Dichters und Dramatikers Julius Zeyer. Das Musikdrama Šárka erschien als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Česká Thalie im Januar und Februar 1887. Zeyer hatte hier den vierten Teil seines epischen Gedichts Vyšehrad zu einem Opernlibretto umgearbeitet, das ursprünglich für Antonín Dvořák bestimmt war. Da Dvořák den Text jedoch ablehnte, veröffentlichte Zeyer ihn schließlich in der Zeitschrift – und erregte damit das Interesse eines anderen Komponisten.

Bis dahin hatte Janáček keinerlei Erfahrung mit der Oper und zeigte noch einige Jahre zuvor für dieses Genre kaum Interesse. Erst seine Studien in Wien führten ihn in die Welt der Oper ein, und die Eröffnung des Provisorischen Tschechischen Theaters im Jahr 1884 machte die Oper zu einem wichtigen Bestandteil seines Lebens.

Janáček kürzte und überarbeitete Zeyers Text und vollendete im Sommer 1887 die Klavierpartitur, die er – in großem Respekt vor dessen Urteil – Antonín Dvořák zur Begutachtung schickte. Entscheidend war jedoch Zeyers Zustimmung zur Textverwendung, die Janáček nicht erhielt: Der Dichter warf dem jungen Komponisten unmissverständlich vor, den Text ohne seine Erlaubnis bearbeitet und vertont zu haben. Obwohl Janáček hoffte, Zeyer möge seine Meinung ändern, setzte er die Arbeit fort – vergeblich. So legte er die bereits teilweise instrumentierte Oper beiseite, und sie geriet für viele Jahre in Vergessenheit.

Heute bietet die Klavierfassung einen kostbaren Einblick in Janáčeks kompositorischen Stil der 1880er Jahre. Trotz des deutlich spürbaren romantischen und dvořákschen Einflusses zeigt sich bereits hier sein ausgeprägter Sinn für Drama und Theater – eine Kraft, die bis heute faszinierend und aktuell geblieben ist.

Text: Patricie Částková
 

*Während der Vorstellung werden sich die Zuschauer durch die Räumlichkeiten des Besední dům bewegen. Für Personen mit eingeschränkter Mobilität sind vier Plätze reserviert.

Musikalische Einstudierung / Dirigent:
Regie: Jiří Heřman
Dramaturgie: Patricie Částková
Klavier: Julius Drake
Bühnenbild: Tomáš Rusín
Kostüme: Zuzana Štefunková Rusínová
Chorleiter: Martin Buchta


Besetzung:

Přemysl (Bariton) – Daniel Kfelíř
Ctirad (Tenor) – Nicky Spence
Šárka (Sopran) – Eliška Gattringerová
Lumír (Tenor) –

1. Akt
Nach dem Tod der Fürstin Libuše haben die Frauen ihre zahlreichen Privilegien verloren, darunter auch das Recht, sich ihre Ehemänner selbst zu wählen. Unter der Führung der Kriegerin Vlasta ziehen sie deshalb in den Krieg gegen die Männer. An der Spitze der Männer steht Přemysl, der Gemahl der verstorbenen Libuše. Auf dem Burghof von Libice erscheint der junge Krieger Ctirad. Přemysl heißt ihn willkommen, und Ctirad erklärt, dass er die Waffen seiner Vorfahren, die in Libušes Gruft aufbewahrt sind, zurückholen will. Nachdem Přemysl und die Edlen abgereist sind, steigt Ctirad in die Gruft hinab. In sein Nachdenken vertieft, wird er plötzlich von einer Gruppe kämpferischer Frauen unter der Führung von Šárka überrascht, die für ihre Anführerin Vlasta Libušes Krone erlangen will. Doch Ctirad vereitelt ihren Plan, und Šárka flieht mit ihren Gefährtinnen.

2. Akt
Obwohl Šárka spürt, dass ihre Liebe zu Ctirad wächst, obsiegt in ihr der Wunsch nach Rache. Sie befiehlt ihren Kriegerinnen, sie an einen Baum zu fesseln, und lässt sie sich in der Nähe verstecken. Vom Wehklagen Šárkas angelockt, eilt Ctirad herbei und befreit sie. Šárka erzählt ihm, Vlasta habe sie zur Strafe für den misslungenen Versuch, Libušes Krone zu erlangen, binden lassen. Von Šárkas Schönheit bezaubert, gesteht Ctirad ihr seine Liebe, und Šárka ist nahe daran, seinem Werben zu erliegen. Schließlich überwindet sie jedoch ihr Zögern und stößt ins Horn – das Zeichen für die versteckten Kriegerinnen, die herbeistürmen und Ctirad töten. Zu spät bereut Šárka ihre Tat.

3. Akt
Von Lumír angeführt, bringen die Männer Ctirads Leichnam auf den Vyšehrad und errichten einen Scheiterhaufen, um ihn zu verbrennen. Da erscheint Šárka und gesteht vor allen ihre Schuld. Dann stürzt sie sich auf den Scheiterhaufen und durchbohrt sich selbst. Als Lumír den Scheiterhaufen entzündet, staunen alle über die Macht der Liebe.

Das Motto der 10. Festivalausgabe lautet „Wurzeln“ – und genau zu diesen führt der Premierenbeitrag des Brünner Ensembles zurück. In Form einer site-specific-Inszenierung im Besední dům, einem Ort, der eng mit Leoš Janáčeks Wirken im Brünner Kulturleben verbunden ist, kehren wir an den Beginn von Janáčeks Opernschaffen zurück.

Die Oper Šárka existiert in zwei Fassungen – aus dem Jahr 1887, als Janáček das Werk lediglich als Klavierauszug vollendete, und aus dem Jahr 1925, in einer überarbeiteten und instrumentierten Version. Beim Festival werden beide Fassungen zu hören sein; Regisseur Jiří Heřman hat sich jedoch für sein Projekt für die ursprüngliche Version von 1887 entschieden. Im Raum des Besední dům führt er das Publikum mitten in den dramatischen Konflikt zwischen Männern und Frauen, der in einer Tragödie gipfelt. Den Klavierpart übernimmt der hervorragende britische Pianist Julius Drake, der dem Festivalpublikum bereits aus früheren Jahren als exzellenter Interpret von Janáčeks Musik bekannt ist.

Zu seiner ersten Oper inspirierte Janáčka das Werk des bedeutenden tschechischen Dichters und Dramatikers Julius Zeyer. Das Musikdrama Šárka erschien als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Česká Thalie im Januar und Februar 1887. Zeyer hatte hier den vierten Teil seines epischen Gedichts Vyšehrad zu einem Opernlibretto umgearbeitet, das ursprünglich für Antonín Dvořák bestimmt war. Da Dvořák den Text jedoch ablehnte, veröffentlichte Zeyer ihn schließlich in der Zeitschrift – und erregte damit das Interesse eines anderen Komponisten.

Bis dahin hatte Janáček keinerlei Erfahrung mit der Oper und zeigte noch einige Jahre zuvor für dieses Genre kaum Interesse. Erst seine Studien in Wien führten ihn in die Welt der Oper ein, und die Eröffnung des Provisorischen Tschechischen Theaters im Jahr 1884 machte die Oper zu einem wichtigen Bestandteil seines Lebens.

Janáček kürzte und überarbeitete Zeyers Text und vollendete im Sommer 1887 die Klavierpartitur, die er – in großem Respekt vor dessen Urteil – Antonín Dvořák zur Begutachtung schickte. Entscheidend war jedoch Zeyers Zustimmung zur Textverwendung, die Janáček nicht erhielt: Der Dichter warf dem jungen Komponisten unmissverständlich vor, den Text ohne seine Erlaubnis bearbeitet und vertont zu haben. Obwohl Janáček hoffte, Zeyer möge seine Meinung ändern, setzte er die Arbeit fort – vergeblich. So legte er die bereits teilweise instrumentierte Oper beiseite, und sie geriet für viele Jahre in Vergessenheit.

Heute bietet die Klavierfassung einen kostbaren Einblick in Janáčeks kompositorischen Stil der 1880er Jahre. Trotz des deutlich spürbaren romantischen und dvořákschen Einflusses zeigt sich bereits hier sein ausgeprägter Sinn für Drama und Theater – eine Kraft, die bis heute faszinierend und aktuell geblieben ist.

Text: Patricie Částková