23. 10. 2026, 20 Uhr

Janáček-Theater


Dirigent: Tomáš Netopil

Bariton: Adam Plachetka

ORF Radio-Symphonieorchester Wien

23. 10. 2026

20 Uhr

Janáček-Theater


Dirigent: Tomáš Netopil

Bariton: Adam Plachetka

ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Béla Bartók: Tanzsuite, Sz. 77, BB 86a
Gustav Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen
Johannes Brahms: Ungarische Tänze (Auswahl)

 

Die sechssätzige Tanzsuite gehört zu den beliebtesten Orchesterwerken des ungarischen Komponisten Béla Bartók (1881–1945), eines Zeitgenossen Leoš Janáčeks. Bartók komponierte sie 1923 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Vereinigung der Städte Buda, Óbuda und Pest, aus denen die ungarische Hauptstadt Budapest hervorging. Die effektvolle, energiegeladene Musik mit Bartóks farbenreicher Instrumentation und folkloristischen Anklängen ungarischer, rumänischer, aber auch arabischer Herkunft begeisterte das Publikum schon bei der Uraufführung und fand bald Eingang in das Repertoire der großen Orchester weltweit.

Zu den Liedern eines fahrenden Gesellen wurde Gustav Mahler (1860–1911) durch seine unglückliche Liebe zur Sopranistin Johanna Richter inspiriert. Sie entstanden um 1884–1885, und Mahler verfasste die Texte selbst – im Geiste der deutschen Volkslieddichtung, die er aus der Sammlung Des Knaben Wunderhorn kannte. Der Zyklus von vier Liedern für Bariton und Orchester wurde zu Mahlers erstem Meisterwerk, in dem schmerzliche Tragik in seiner typisch spätromantischen Tonsprache erklingt, durchzogen von ironischen Untertönen sowie von Naturlauten, naiven Wiegenliedern und derber ländlicher Volkstümlichkeit.

Die beiden Reihen der Ungarischen Tänze von Johannes Brahms (1833–1897) – insgesamt 21 Stücke – wurden zu einem Grundpfeiler seines Weges zum Weltruhm. Brahms ließ sich dabei nicht nur von ungarischer Volksmusik, sondern auch von der Musik der Zigeunerkapellen inspirieren. Die ersten zehn Tänze in der Klavierfassung erschienen 1869, die weiteren elf folgten elf Jahre später. Der überwältigende Erfolg veranlasste Brahms, 1873 drei ausgewählte Tänze für Orchester zu instrumentieren. Die übrigen erhielten im Laufe der Zeit eine Orchestrierung durch Brahms’ Nachfolger, unter ihnen auch Antonín Dvořák.

Text: Ondřej Pivoda

Béla Bartók: Tanzsuite, Sz. 77, BB 86a
Gustav Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen
Johannes Brahms: Ungarische Tänze (Auswahl)

 

Die sechssätzige Tanzsuite gehört zu den beliebtesten Orchesterwerken des ungarischen Komponisten Béla Bartók (1881–1945), eines Zeitgenossen Leoš Janáčeks. Bartók komponierte sie 1923 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Vereinigung der Städte Buda, Óbuda und Pest, aus denen die ungarische Hauptstadt Budapest hervorging. Die effektvolle, energiegeladene Musik mit Bartóks farbenreicher Instrumentation und folkloristischen Anklängen ungarischer, rumänischer, aber auch arabischer Herkunft begeisterte das Publikum schon bei der Uraufführung und fand bald Eingang in das Repertoire der großen Orchester weltweit.

Zu den Liedern eines fahrenden Gesellen wurde Gustav Mahler (1860–1911) durch seine unglückliche Liebe zur Sopranistin Johanna Richter inspiriert. Sie entstanden um 1884–1885, und Mahler verfasste die Texte selbst – im Geiste der deutschen Volkslieddichtung, die er aus der Sammlung Des Knaben Wunderhorn kannte. Der Zyklus von vier Liedern für Bariton und Orchester wurde zu Mahlers erstem Meisterwerk, in dem schmerzliche Tragik in seiner typisch spätromantischen Tonsprache erklingt, durchzogen von ironischen Untertönen sowie von Naturlauten, naiven Wiegenliedern und derber ländlicher Volkstümlichkeit.

Die beiden Reihen der Ungarischen Tänze von Johannes Brahms (1833–1897) – insgesamt 21 Stücke – wurden zu einem Grundpfeiler seines Weges zum Weltruhm. Brahms ließ sich dabei nicht nur von ungarischer Volksmusik, sondern auch von der Musik der Zigeunerkapellen inspirieren. Die ersten zehn Tänze in der Klavierfassung erschienen 1869, die weiteren elf folgten elf Jahre später. Der überwältigende Erfolg veranlasste Brahms, 1873 drei ausgewählte Tänze für Orchester zu instrumentieren. Die übrigen erhielten im Laufe der Zeit eine Orchestrierung durch Brahms’ Nachfolger, unter ihnen auch Antonín Dvořák.

Text: Ondřej Pivoda