11. 11. 2026, 19 Uhr

Mahen-Theater

Dirigent: Christopher Ward

Ensemble und Orchester: Nationaltheater Prag

11. 11. 2026

19 Uhr

Mahen-Theater

Dirigent: Christopher Ward

Ensemble und Orchester: Nationaltheater Prag

Josef Suk: Ein Märchen, op. 16 / Suite für großes Orchester nach Motiven der Bühnenmusik zu Julius Zeyers dramatischem Märchen Radúz und Mahulena

Leoš Janáček: Šárka (Konzertante Aufführung), JW I/1 / Oper in drei Akten nach dem Musikdrama von Julius Zeyer

 

Besetzung:
Šárka: Mária Porubčinová
Ctirad: Aleš Briscein
Přemysl: Svatopluk Sem
Lumír: Daniel Matoušek

 

Nur zehn Jahre trennen Janáčeks erste Oper Šárka und Suks Pohádka voneinander. Verbunden sind sie nicht nur durch die Persönlichkeit des Schriftstellers, Dramatikers und Dichters Julius Zeyer, sondern auch durch die gemeinsame Inspiration in der slawischen Mythologie.

Josef Suk (1874–1935) begann 1897 auf Wunsch Julius Zeyers mit der Komposition der Bühnenmusik zu dessen dramatischem Märchen Radúz und Mahulena und schuf damit eines seiner erfolgreichsten und schönsten Werke. Suk erfüllte Zeyers Märchen mit zarter Lyrik, eindrucksvoller Klangpoesie und ungewöhnlicher Dramatik. Die Uraufführung im Jahr 1898 brachte beiden Autoren großen Erfolg und erntete Bewunderung selbst von Suks Lehrer und künftigem Schwiegervater Antonín Dvořák. Trotz des Erfolges rechnete Suk nicht mit einer dauerhaften Aufführung der Bühnenfassung mit Orchester und formte daher 1899 die Musik zu einer viersätzigen Suite mit dem Titel Pohádka um. Wenn man in der Musikgeschichte von einem „Jugendstil“ sprechen wollte, wäre Suks Musik zu Radúz und Mahulena ein schönes Beispiel dafür.

Zehn Jahre früher, im Jahr 1887, begann der junge Leoš Janáček (1854–1928) mit der Arbeit an seiner ersten Oper Šárka. Als Libretto wurde ihm ein Text mit einem Thema aus der tschechischen Mythologie empfohlen, dessen Autor Julius Zeyer war. Janáček machte sich mit Begeisterung an die Arbeit und komponierte die Oper innerhalb weniger Monate – zunächst nur als Klavierparticell. Anschließend bat er seinen Freund und Mentor Antonín Dvořák um eine Begutachtung – und dieser lobte das Werk. Erst danach wagte Janáček, den Dichter selbst um die Erlaubnis zur Vertonung seines „Musikdramas“ zu bitten. Doch der berühmte Poet verweigerte seine Zustimmung. Janáček arbeitete dennoch weiter an der Oper, überarbeitete die Dramaturgie, veränderte die vokale Struktur und instrumentierte die ersten beiden Akte. Als er jedoch einsah, dass Zeyer unnachgiebig blieb, legte er das Werk für viele Jahre beiseite. Erst 1919 nahm er es wieder auf, revidierte den Vokalpart und übertrug die Instrumentation des dritten Aktes seinem Schüler Osvald Chlubna. Die um beinahe vierzig Jahre verspätete Uraufführung fand 1925 statt und wurde enthusiastisch aufgenommen. Šárka ist ein Werk, das in vieler Hinsicht Janáčeks späteren Opernstil vorwegnimmt. Der Komponist selbst schätzte seine erste Oper sehr und schrieb 1924: „Meine Šárka? Alles darin ist mir so nah wie in meinen letzten Werken!“