8. 11. 2026, 11 Uhr

Villa Löw-Beer

Klavier: Tomáš Víšek

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8. 11. 2026

11 Uhr

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Klavier: Tomáš Víšek

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Darius Milhaud: Tango des Fratellini, op. 58c – aus dem Ballett Le Bœuf sur le toit 
Bohuslav Martinů: Acht Präludien, H. 181 (Auswahl)
Igor Strawinsky: Piano-Rag-Music
George Gershwin: Song-Book für Klavier (Auswahl)


Der Ballettzyklus Le Bœuf sur le toit (Der Ochse auf dem Dach), ursprünglich als Musikbegleitung für Stummfilm-Grotesken von Charlie Chaplin gedacht, entstand in den Jahren 1919–1920 – zwei Jahre nach Darius Milhauds (1892–1974) Rückkehr aus Brasilien. Die Musik ist durchdrungen von brasilianischen Volksmelodien, den Rhythmen des Tangos, der Samba und anderer lateinamerikanischer Tänze. Das Klavierstück Tango des Fratellini, das Milhaud später aus der Ballettmusik adaptierte, widmete er den Fratellini-Brüdern, einem berühmten Trio von Clowns, das im Pariser Zirkus Medrano auftrat und in den 1920er Jahren bei der Pariser Intelligenz großen Anklang fand.

Die Pariser Atmosphäre der Zwischenkriegszeit durchweht auch den Klavierzyklus Acht Präludien von Bohuslav Martinů (1890–1959). Das Werk, vermutlich 1929 im Auftrag des Pariser Verlags Alphonse Leduc entstanden, widmete der Komponist seiner späteren Ehefrau Charlotte. In den ausdrucksstarken, technisch anspruchsvollen Miniaturen finden sich Einflüsse des Blues und des Foxtrots, die Martinůs Offenheit gegenüber modernen Formen populärer Musik bezeugen.

Igor Strawinskys (1882–1971) Piano-Rag-Music aus dem Jahr 1919 reflektiert den Einfluss des amerikanischen Ragtimes und der Jazzbands, die Strawinsky kurz nach seiner Emigration in die Schweiz und nach Frankreich kennengelernt hatte. Das Stück widmete er seinem Freund, dem Klaviervirtuosen Arthur Rubinstein.

Der amerikanische Komponist George Gershwin (1898–1937) stellte seine Sammlung Song-Book Anfang der 1930er Jahre auf Wunsch des Verlegers Bennet Cerf zusammen. Aus den mehreren Hundert Liedern, die er bis dahin komponiert hatte, wählte er achtzehn seiner Lieblingsstücke aus und schuf dazu eigene Klaviertranskriptionen. In diesen Songs – durchdrungen von Einflüssen des Jazz, Ragtimes und Klezmers – verband Gershwin Elemente der klassischen Klaviertradition mit der Ausdruckskraft populärer Musik.

Text: Ondřej Pivoda