
Luboš Fišer: Träume und Walzer
Béla Bartók: Rumänische Tänze, op. 8a, BB 56
Igor Strawinsky: Walzer für Kinder
Igor Strawinsky: Tango
Fryderyk Chopin: Mazurken (Auswahl)
Bedřich Smetana: Tschechische Tänze, I. und II. Reihe (Auswahl)
Johann Sebastian Bach: Partita B-Dur, BWV 825
Obwohl viele beim Namen Luboš Fišer (1935–1999) sofort an seine Musik zu zahlreichen Filmen denken, erlangte der Komponist internationale Aufmerksamkeit vor allem durch seine Orchester-, Kantaten- und Kammermusikwerke. Dem Klavier widmete er neben acht bemerkenswerten Klaviersonaten auch das Stück Träume und Walzer aus dem Jahr 1993, das in postmoderner Herangehensweise chopinsche Träumerei mit banalen Walzermelodien verbindet.
Die zwei Rumänischen Tänze, op. 8a von Béla Bartók (1881–1945), komponiert 1910, stehen am Beginn von Bartóks Interesse an der Volksmusik, deren Melodien er seit 1905 in ungarischen, slowakischen und rumänischen Dörfern sammelte und aufzeichnete. Bartóks brillanter Klavierstil vermittelt in diesen Tänzen die unbändige Energie der osteuropäischen Folklore in vollendeter Form.
Das kleine Stück Walzer für Kinder (Valse pour les enfants) von Igor Strawinsky (1882–1971) entstand 1917 im schweizerischen Morges und wurde 1922 in der französischen Zeitung Le Figaro veröffentlicht. Der mechanisch wiederholte Walzerrhythmus erinnert hier an den Klang alter Spieluhren. Das Tango aus dem Jahr 1940 gehört zu den ersten Werken, die Strawinsky nach seiner Übersiedlung nach New York schrieb. Natürlich wäre es nicht Strawinsky, hätte er den regelmäßigen, sinnlichen Tanzpuls des argentinischen Tangos nicht durch subtile rhythmische Unregelmäßigkeiten bereichert.
Unzählige lyrische Klavierstücke, die die verborgensten Winkel menschlicher Emotionen zum Klingen bringen, haben dem polnischen romantischen Komponisten Fryderyk Chopin (1810–1849) den Beinamen „Dichter des Klaviers“ eingebracht. Die sentimentale, melancholische und verträumte Stimmung ist auch für viele seiner 59 Mazurken (1825–1849) charakteristisch, in denen er sich von polnischen Nationaltänzen inspirieren ließ.
Wie bei Chopins Mazurken war auch bei den Tschechischen Tänzen von Bedřich Smetana (1824–1884) das erwachende slawische Nationalbewusstsein die Quelle der Inspiration. Die beiden Reihen der Tschechischen Tänze aus den Jahren 1877 und 1879 bieten ausdrucksstarke und stimmungsvolle Stilisierungen tschechischer Volkstänze in einer pianistisch anspruchsvollen, von Liszt beeinflussten Form.
Den Abend beschließt die Partita B-Dur, BWV 825 von Johann Sebastian Bach (1685–1750), die erste aus einem Zyklus von sechs Partiten für Tasteninstrumente, entstanden zwischen 1726 und 1731. Das Werk ist im Grunde eine Suite, bestehend aus beliebten französischen und höfischen Barocktänzen – Allemande, Courante, Sarabande, Menuett und Gigue – eingeleitet von einem Präludium. Auch hier fehlt es Bachs Musik weder an Würde, Anmut und Eleganz noch an beweglicher, funkelnder Virtuosität.
Text: Ondřej Pivoda
