30. 9. 2020, 19.00 Uhr

Mozart-Saal des Theaters Reduta

Chorleiter: Erwin Ortner
   

Arnold Schönberg: Drei Volksliedsätze Op. 49 (Auswahl)

Arvo Pärt: Nunc dimittis

Josef Suk: Zehn Gesänge für Frauenchor mit vierhändiger Klavierbegleitung, op. 15

Johan Nepomuk David: Zehn Volksliedsätzen (Auswahl)

Arvo Pärt: Virgencita

Johannes Brahms: Liebeslieder Waltzes Op. 52 (65)

Das Konzert präsentiert eine Auswahl an Chorwerken vor allem von Autoren des 20. Jahrhunderts, dargeboten von einem der weltweit anerkanntesten Klangkörper – dem Arnold Schoenberg Chor.

Die Drei Volksliedsätze stammen aus Schönbergs (1874–1951) letzter Schaffensperiode. Der Komponist schrieb die Lieder im Jahr 1948 in zwei Versionen: für Solostimme und Klavier sowie für gemischten Chor a cappella. Schönberg brachte hier die modale Melodik von Werken aus dem 15. und 16. Jahrhundert zur Anwendung.

Die Texte zu den Zehn Gesängen für Frauenchor erhielt Josef Suk (1874–1935) im Jahr 1899 von seiner Ehefrau Otilie Suková, der Tochter Antonín Dvořáks. Es handelt sich um eine Anthologie von Texten slawischer Volkslieder, zu denen Suk innerhalb von zehn Tagen seine hinreißenden Frauenchöre komponierte, die stilistisch seiner szenischen Musik zu Zeyers Schauspiel Radúz und Mahulena nahestehen.

Zu den bekanntesten zeitgenössischen Komponisten zählt zweifellos der estnische Autor Arvo Pärt (1935). Sein lateinisches Canticum Nunc dimittis stammt aus dem Lukasevangelium und ist einer von drei Lobgesängen im Neuen Testament (zusammen mit dem Magnificat und dem Benedictus). Pärt schrieb dieses Werk 1989 in Berlin, uraufgeführt wurde es durch den Chor der Saint Mary’s Cathedral in Edinburgh unter der Leitung von Matthew Owens.

Virgencita für gemischten Chor a cappella ist eine Komposition, die Arvo Pärt anlässlich seiner durch den mexikanischen Botschafter in Estland, Agustín Gutiérrez Canet, initiierten Einladung nach Mexiko als Geschenk an das mexikanische Volk verfasste. Das Stück wurde erstmals im Jahr 2012 aufgeführt.

Obgleich Johann Nepomuk David (1895–1977) in seiner Jugend in direkter Verbindung zur Zweiten Wiener Schule stand, gilt er als musikalisch eher als Traditionalist. Er wird als einer der herausragendsten Organisten des 20. Jahrhunderts betrachtet und schrieb für dieses Instrument auch zahlreiche modal geprägte Werke. Er komponierte jedoch auch Chorwerke, von denen gerade die Zehn Volksliedsätze aus dem Jahr 1949 am bekanntesten sind.

Johannes Brahms (1833–1897) gab seiner 1869 vollendeten Liedsammlung Liebeslieder – Walzer zwei Opusnummern – op. 52 und op. 65 (Neue Liebeslieder). Die Walzer umfassen einen Zyklus von Liebesliedern im Ländlerstil für Singstimmen und vierhändiges Klavier. Brahms komponierte seine Chorstücke nach Texten aus der Volksliedsammlung von Georg Friedrich Daumer. Warum Brahms gerade auf diese Texte zurückgriff, ist nicht bekannt, doch existieren Vermutungen, wonach die Motivation seine unerfüllte Liebe zu Clara Schumann, der Gattin Robert Schumanns, gewesen sei.

Autor: Jiří Zahrádka