6. 11. 2022, 15 Uhr

Aufführungsort: Theater Reduta

Pavel Haas Quartet

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Bedřich Smetana: Streichquartett Nr. 2 d-Moll 

Sergej Prokofjew: Streichquartett Nr. 2 F-Dur (über kabardinische Themen), op. 92  

Leoš Janáček: Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncello „Intime Briefe“, JW VII/13

 

Das Konzert des herausragenden Pavel Haas Quartet präsentiert drei Kammerwerke, von denen zwei zu den grundlegenden Kompositionen der tschechischen Quartettliteratur zählen. 

Janáček wird oft als Gegner Bedřich Smetanas angesehen, doch entbehrt dieses Gerücht, welches sich schon zu Janáčeks Lebzeiten verbreitete und ihm gehörig das Leben erschwerte, jeder Grundlage. Janáček schätzte Smetana sehr, er fand lediglich keinen Zugang zu seinem Opernwerk. Umso näher waren ihm Smetanas Kammerwerke. Mit den Streichquartetten, die im Rahmen dieses Konzerts zu hören sind, schufen beide Autoren eine Art musikalische Autobiografie.

Bedřich Smetana komponierte sein Streichquartett Nr. 2 in einer sehr schweren Lebensphase. Nach dem endgültigen Verlust seines Gehörs, begleitet von ständigen Pfeifgeräuschen in den Ohren und mit der Zeit auch weiteren gesundheitlichen Problemen, die sich auch in psychischen Beschwerden des Komponisten niederschlugen, hatte er außerdem mit der vollständigen gesellschaftlichen Isolation zu kämpfen. Sein zweites Quartett komponierte er 1882 und schrieb dazu in seinen eigenen Worten, dass es dort fortfährt, wo „Aus meinem Leben“ endete, nach der Katastrophe; es stellt das Gewirbel der Musik in einem Menschen dar, der das Gehör verloren hat. In der Komposition spiegeln sich somit das ganze Leid, die seelische Unruhe, die Melancholie, die glücklichen Erinnerungen, aber auch die nachlassenden Lebenskräfte eines genialen Schöpfers.

 

Janáček dagegen beschrieb zweiundfünfzig Jahre später in seinem Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncello „Intime Briefe“ seine Erlebnisse mit der geliebten Kamila Stösslová. Beide Werke beeindrucken gleichermaßen durch ihre Intimität, Gefühlsbetontheit und schöpferische Authentizität. 

 

Prokofjews Streichquartett Nr. 2 entstand aus einer gänzlich anderen Situation heraus. Im Jahr 1941 wurde der Komponist zusammen mit anderen ausgewählten Künstlern evakuiert, nachdem Deutschland den Nichtangriffspakt aufgekündigt und den Krieg gegen die Sowjetunion begonnen hatte. Prokofjew gelangte so nach Naltschik, der Hauptstadt der Kabardino-Balkarischen Republik im Nordkaukasus. Hier wurde ihm nahegelegt, ein Werk zu schreiben, das auf der örtlichen Volkskultur basieren sollte. So entstand ein bemerkenswertes Streichquartett, dessen Melodik und Rhythmus durch die volkstümliche Musik der Region inspiriert ist. Seine Uraufführung erlebte das Werk unter dramatischen Umständen 1942 in Moskau.  

Jiří Zahrádka

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