5. 11. 2022, 15 Uhr

Aufführungsort: Villa Löw-Beer

Zemlinsky Quartet

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Henryk Górecki: Quasi una fantasia (Streichquartett Nr. 2), op. 64

Leoš Janáček: Streichquartett nach Tolstois Kreutzersonate, JW VII/8 

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: Streichquartett Nr. 3 in es-Moll, op. 30

 

Das Konzert des herausragenden Zemlinsky Quartet präsentiert Werke, die auf Janáčeks Liebe zur slawischen Kultur verweisen, in welcher der Komponist vielerlei Inspiration fand. 

Erstes Werk des Abends ist eine Komposition von Henryk Górecki, einem der bedeutendsten polnischen Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Oft wird Góreckis Werk nur auf seine populäre dritte Symphonie reduziert, doch ist seine musikalische Sprache weitaus vielfältiger. Dies beweist auch sein zweites Streichquartett Quasi una fantasia aus dem Jahr 1991. Dieses wunderschöne Stück, aus dem Góreckis Bewunderung für Beethoven herauszuhören ist, wurde für das legendäre Kronos Quartet komponiert.

Leoš Janáček liebte die russische Literatur und schöpfte aus ihr viele Male seine Inspiration. Einer seiner Lieblingsautoren war Lew Nikolajewitsch Tolstoi. Im Jahr 1916 begann er sogar, nach Tolstois Drama Der lebende Leichnam eine Oper zu schreiben. Eine ähnlich starke Wirkung hatte auf ihn Tolstois Novelle Die Kreutzersonate, die er 1908 als Grundlage für sein heute verschollenes Klaviertrio nahm. Zur Musik dieses Trios kehrte er 1923 zurück, als er das Streichquartett nach Tolstois Kreutzersonate komponierte. Er widmete es dem berühmten Böhmischen Quartett, welches das Stück am 17. Oktober 1924 erstmals zur Aufführung brachte. Der damals siebzigjährige Autor konnte mit diesem Werk große Erfolge feiern, so etwa 1925 beim Festival der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik in Venedig.

Ein Komponist, den Janáček nicht nur für sein Opernwerk sehr schätzte, war Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Janáček war Tschaikowsky umso stärker zugeneigt, als dieser sich gut mit Janáčeks Freund Antonín Dvořák verstanden hatte. Tschaikowskys Streichquartett Nr. 3 stammt aus dem Jahr 1876 und war dem Andenken an den tschechischen Komponisten und Violinisten Ferdinand Laub gewidmet. Das Stück erlebte seine Premiere im März 1876 in Moskau unter der Mitwirkung des herausragenden tschechischen Violinisten und Pädagogen Jan Hřímalý. 

Jiří Zahrádka

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