15. 11. 2022, 19 Uhr

Aufführungsort: Janáček-Theater 

Dirigent: Tomáš Netopil

Violine: Viktoria Mullova

Orchestre de la Suisse Romande

 

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Dmitri Schostakowitsch: Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll, op. 77

Leoš Janáček: Suite aus der Oper Die Sache Makropulos – Premiere (Adaption Tomáš Ille)

Modest Mussorgski: Bilder einer Ausstellung (Instrumentierung Maurice Ravel)

Dmitri Schostakowitsch gehört neben Sergej Prokofjew zu den markantesten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Das Konzert für Violine und Orchester a-Moll fällt in die für den Komponisten sehr schwierige Nachkriegszeit unter der Stalin-Diktatur. Schostakowitsch komponierte das Konzert in den Jahren 1947–48, und es spiegelt sich darin die Schwere und Aussichtslosigkeit jener Zeit. Seine Uraufführung konnte das Konzert erst 1955 erleben, den Solopart trug der legendäre David Oistrach vor. Das für die Interpreten überaus anspruchsvolle Werk ist sehr durchdacht komponiert und nähert sich in seiner Klanglichkeit und in der Gewichtigkeit der Idee dem symphonischen Werk des Autors an.

Leoš Janáček hat nicht allzu viele Werke für Symphonieorchester oder für Konzertaufführungen geschrieben. Wohl deshalb sind nach seinem Tode zahlreiche Suiten aus seinen Opern entstanden, die bei Symphoniekonzerten gespielt werden können. Eine erste Suite stellte bereits 1937 der Dirigent Václav Talich aus der Oper Das schlaue Füchslein zusammen. Die neue Suite aus der Oper Die Sache Makropulos von Tomáš Ille wird auf diesem Konzert als Weltpremiere zu erleben sein.

Im Jahr 1873 verstarb unerwartet ein Freund Modest Mussorgskis, der Architekt und Maler Viktor Hartmann. Beide zählten zu den markanten Persönlichkeiten der Künstlervereinigung Das mächtige Häuflein. Im Januar 1874 fand auf Initiative des Kunstkritikers und geistigen Kopfes der Künstlergruppe Wladimir Wassiljewitsch Stassow in der Petersburger Kunstakademie eine Ausstellung der Zeichnungen, Aquarelle und Architekturmodelle Hartmanns statt. Bei der Eröffnung war auch Mussorgski anwesend, der die Ausstellungssäle später noch mehrere Male besuchte. Er hatte nämlich beschlossen, dem verstorbenen Freund ein musikalisches Denkmal zu widmen – die Bilder einer Ausstellung. Ursprünglich als Klavierzyklus geschrieben, erlebte das Werk nach dem Tode des Komponisten gleich mehrere Adaptationen mit veränderter Instrumentierung, unter denen die Version von Maurice Ravel am populärsten ist. Die zehn Bilder Hartmanns fasste Mussorgski in zehn kontrastreiche, suggestive Miniaturen, die heute zu den bekanntesten Werken des Komponisten zählen.

Jiří Zahrádka

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