Opera Diversa

Autor Leoš Janáček

Dirigent Gabriela Tardonová

Regie Kristiana Belcredi


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  • Obsah opery

    1.Akt
    Nach dem Tod der Fürstin Libuše verloren die Frauen ihre zahlreichen Privilegien, darunter auch das Recht, sich selbst ihre Ehemänner zu wählen, weshalb sie unter der Führung der Kriegerin Vlasta in den Kampf gegen die Männer ziehen. An der Spitze der Männer steht Fürst Přemysl, der Gemahl der verstorbenen Libuše. Auf dem Hof der Burg Libice erscheint der junge Krieger Ctirad. Von Přemysl begrüßt, erklärt er, dass er die von seinen Vorfahren geerbte Ausrüstung holen wolle, die sich in Libušes Gruft befinde. Přemysl und die übrigen Adligen reiten davon, und Ctirad steigt hinab in die Gruft der verstorbenen Fürstin. Beim Nachsinnen wird er plötzlich durch eine von Šárka geleitete Gruppe von Kriegerinnen gestört, die für ihre Anführerin Vlasta Libušes Krone rauben will. Ctirad macht ihren Plan jedoch zunichte, Šárka und ihre Kriegerinnen fliehen.

    2.Akt
    Obgleich sich Šárka ihrer wachsenden Liebe zu Ctirad bewusst wird, siegt in ihr der Wunsch nach Rache, und sie stellt ihm eine Falle. Sie befiehlt den übrigen Kriegerinnen, sie an einen Baum zu binden und sich in einiger Entfernung zu verstecken. Ctirad, von ihrem Wehklagen angelockt, befreit Šárka, die ihm weismacht, sie sei von Vlasta als Strafe für ihren missglückten Versuch, Libušes Krone zu entwenden, gefesselt worden. Ctirad ist von Šárkas Schönheit betört und gesteht ihr auf der Stelle seine Liebe. Šárka erliegt fast der Versuchung, seine Frau zu werden, doch dann fasst sie sich und gibt den versteckten Kämpferinnen mit dem Horn das Signal, Ctirad zu töten. Später bereut Šárka ihre Tat.

    3.Akt
    Die von Lumír angeführten Männer bringen den Leichnam Ctirads auf den Vyšehrad und errichten einen Scheiterhaufen, um ihn zu verbrennen. Da erscheint Šárka und bekennt sich vor allen zu ihrer Tat. Anschließend wirft sie sich auf den Scheiterhaufen und ersticht sich. Während Lumír mit einer Fackel den Scheiterhaufen entzündet, sind alle über die große Macht der Liebe erstaunt.

Das Ensemble Opera Diversa hat sich durch die Aufführung von Opern des Autorenduos Kyas/Drábek wie auch durch eine interessante Konzertreihe, die regelmäßig weniger bekannte Kompositionen des 20. Jahrhunderts zu Gehör bringt, längst seinen festen Platz in der Brünner Kulturszene erobert. Mit dem Festival Janáček Brno arbeitet Opera Diversa erstmals an einem Projekt zusammen, welches zwei verschiedene Aufführungen von Janáčeks erster Oper Šárka miteinander verbindet. In Konzertform und nur mit Klavierbegleitung wird die ursprüngliche Version aus dem Jahr 1887 erklingen. Bei der szenischen Aufführung dagegen wird die Musik Janáčeks mit dem Werk des Brünner Komponisten Ondřej Kyas, des Begründers der Opera Diversa, verbunden. Regie führt die Stammregisseurin des Ensembles Kristiana Belcredi.

Für das Operngenre hegte der junge Komponist anfangs kein sonderliches Interesse, was sich jedoch änderte, als 1884 in Brünn ein ständiges tschechisches Theater eröffnet wurde. Drei Jahre später begann Janáček die Arbeit an seiner ersten Oper Šárka. Als Inspiration diente ihm das Musikdrama Šárka von Julius Zeyer (1841-1901), welches in der Zeitschrift Česká Thalie erschienen war. Zeyer verarbeitete darin den vierten Teil seines umfangreichen Epos Vyšehrad zu einem Libretto, das ursprünglich für Antonín Dvořák bestimmt war. Janáček nahm selbst Kürzungen und Veränderungen an Zeyers Text vor, um die Zustimmung des Dichters ersuchte er jedoch erst, als die Oper als Klavierauszug fertig war. Zeyer lehnte das Ansuchen pikiert ab. Dennoch instrumentierte Janáček noch einen Teil der Oper, doch als Zeyer bei seiner ablehnenden Haltung blieb, legte er die Oper beiseite und vergaß sie. Die teilweise fertigen Partituren entdeckte Janáček erst nach fast dreißig Jahren wieder und vervollständigte die Instrumentierung mit Hilfe seines Schülers Osvald Chlubna (1893-1971). Die Zustimmung zur Nutzung des Textes erhielt Janáček bereits im Oktober 1918, als er bei der Tschechischen Akademie anfragte, auf welche die Autorenrechte des verstorbenen Julius Zeyer übergegangen waren. Seitens der Akademie kam man dem Wunsch des inzwischen längst anerkannten Komponisten umgehend nach. Im Jahr 1919 zeigte sich die Wiener Universal Edition an Šárka interessiert, machte die Publikation jedoch abhängig von der Aufführung in einem Opernhaus. Ihre Premiere erlebte Šárka somit erst am 11. November 1925 im Brünner Nationaltheater.

Patricie Částková