Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno

Autor Leoš Janáček

Dirigent Marko Ivanović

Regie Jiří Heřman


Tickets

Keine Oper ist so sehr mit Brno und seiner Umgebung verbunden wie Janáčeks Schlaues Füchslein. Daher wird die neue Inszenierung, welche zum festlichen Auftakt des neuen Festivaljahrgangs zur Aufführung kommt, durch das Ensemble der Janáček-Oper des Nationaltheaters Brno geschaffen. Seinen ersten Schritt in die Welt der Janáček-Opern tut damit Regisseur Jiří Heřman, der künstlerische Leiter des Brünner Opernensembles.

Jede Oper Janáčeks ist ein Original, und so ist dies auch im Falle des Schlauen Füchsleins, wo auf der Bühne die menschliche und die Tierwelt fließend ineinander übergehen. Das Werk ist lyrisch und melodisch, es sprüht vor Humor, der liebevoll, aber gleichzeitig auch in bester Janáček-Manier leicht stichelnd ist, und es fesselt durch seine Erdverbundenheit und seine liebevolle Lebensphilosophie vom ewigen Kreislauf des Lebens. Am Beginn der Geschichte vom schlauen Füchslein stand die Entscheidung der Brünner Redaktion der Tageszeitung Lidové noviny, ihre Leser regelmäßig mit gezeichneten Bildern und einem witzigen Text zu unterhalten. Unter den angesprochenen Malern war auch Stanislav Lolek (1873–1936), ein großer Naturliebhaber und ursprünglich Jäger von Beruf. Lolek zierte sich zunächst, doch der Redakteur Markalous entdeckte in seinem Atelier unter einem Haufen alten Gerümpels angestaubte Zeichnungen von einem tobenden Jäger mit gesträubtem Bart und von einem durchtriebenen Fuchs. Dem Chefredakteur Heinrich gefielen die Bilder, und er beauftragte Rudolf Těsnohlídek (1882–1928) damit, die begleitenden Texte dazu zu schreiben. Der Haushalt der Janáčeks gehörte zu den regelmäßigen Lesern der Lidové noviny, und den Komponisten faszinierten die Bildgeschichten. Zu Weihnachten 1921 begann er das Szenario einer neuen Oper über das Schlaue Füchslein zu skizzieren und nahm die Arbeit an einem Libretto nach Těsnohlídeks Texten auf. Bevor er mit dem eigentlichen Komponieren begann, informierte sich Janáček auch genauestens über das Leben der Füchse: von einem Freund aus Hukvaldy, dem Gutsbesitzer Ludvík Jung, ließ er sich einen Bericht darüber schicken, in welchem Alter Füchse geschlechtsreif werden, wie viele Junge sie haben, wie lange die Tragzeit ist und wie oft sie Junge werfen. Bei seinen Aufenthalten in Hukvaldy ging der Komponist oft zusammen mit dem Förster Sládek in den Wald, der dort einen Fuchsbau aufspürte, und gemeinsam beobachteten sie die umhertollenden Fuchswelpen. Von den ursprünglichen Kapiteln aus Těsnohlídeks Geschichtenserie übernahm Janáček nur zehn, wobei er die Welt der Tiere hervorhob und die Zahl der auftretenden menschlichen Charaktere reduzierte. Während Těsnohlídeks Erzählung mit der Hochzeit von Schlaukopf und Goldrücken endet, entschloss sich Janáček zu einer grundlegenden Änderung und ließ die Hauptfigur sterben, da er als echter Dramatiker die Notwendigkeit einer Katharsis spürte. Das schlaue Füchslein hatte seine Weltpremiere am 6. November 1924 in Brünn. Die musikalische Einstudierung übernahm der Dirigent František Neumann, der damals die Oper leitete und sich sehr für die Verbreitung von Janáčeks Werk einsetzte.

Patricie Částková