Krok za oponu, Její pastorkyňa Ein Blick hinter den Vorhang mit der Oper Jenůfa
Feiern Sie mit uns den Europäischen Tag der Musik! Wir haben für Sie eine außergewöhnliche Version unserer Veranstaltungsreihe „Blick hinter den Vorhang“ vorbereitet. Diesmal nehmen wir Sie nicht auf die Bühne des Janáček-Theaters mit, sondern wir treffen uns alle auf dem Moravské náměstí und machen uns unter der Leitung des Chefdirigenten Marko Ivanović zusammen mit den Solisten Maida Hundeling, Veronika Hajnová-Fialová, Jaroslav Březina und dem Orchester der Janáček-Oper des Nationaltheaters auf die Suche nach den Geheimnissen von Jenůfa, einer der schönsten Opern Janáčeks. Eintritt frei.





Seien Sie herzlich eingeladen zu einem Auftritt des ausgezeichneten Bennewitz Quartet in der Villa Tugendhat am 30.10.2017. In den Räumen einer der Ikonen der modernen Architektur, die einst für die deutsch-jüdische Familie Tugendhat erbaut wurde, werden zwei herausragende Kompositionen erklingen, die zum Wichtigsten gehören, was das tschechische Kammermusikschaffen der Welt gegeben hat. Im Bereich der Streichquartette genießt die tschechische Musikszene nicht nur durch die schiere Zahl der Ensembles eine Sonderstellung, sondern vor allem durch die ungeheure Menge an Quartettliteratur, die uns unsere Komponisten hinterlassen haben. Zwei Werke jedoch ragen aus dieser Menge hervor – das Streichquartett Nr. 1 e-moll „Aus meinem Leben“ von Bedřich Smetana und das Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncello „Intime Briefe“ von Leoš Janáček. Wenngleich Janáček gegenüber dem Werk des Begründers der tschechischen nationalen Musik relativ kritisch eingestellt war, verbinden gerade diese zwei Werke die beiden Komponisten. Es sind emotional sehr zugespitzte Kompositionen, die mit musikalischen Mitteln von den Lebensschicksalen ihrer Schöpfer erzählen. Smetanas erstes Quartett entstand 1876, im zweiten Jahr seiner Taubheit. Das Quartett komponierte er bereits von der Gesellschaft zurückgezogen in Jabkenice. Gerade in diesem Jahr hatte sich herausgestellt, dass seine Taubheit dauerhaft und unumkehrbar war. Dennoch begegnete Smetana diesem, nicht nur für einen Komponisten, furchtbaren Schicksalsschlag mit unermüdlicher Kompositionsarbeit. Das Quartett ist eine Art musikalischer Lebenslauf, der von glücklicheren Tagen in der Vergangenheit bis zu seiner Ertaubung reicht. Smetana schreibt dazu: „Ich wollte mir in Tönen den Lauf meines Lebens abbilden. Mein Quartett ist nicht ein bloßes formales Spiel mit Tönen und mit einem Motiv, damit der Komponist zeigt, was er kann, sondern ich wollte vielmehr dem Zuhörer ein Bild des Lebens vorführen.“

Ein ähnliches Motiv brachte fünfzig Jahre später auch Janáček dazu, sein zweites Quartett zu schreiben, wenngleich seine Erzählung eine andere Art von Mitteilung enthält. Durch seine Intimität, seine emotionale Seite und seine Zugespitztheit verfolgt es jedoch eine Linie, die gerade Smetana in das tschechische Quartettschaffen eingebracht hat. Janáček komponierte das Quartett 1928, in seinem letzten Lebensjahr. Wenngleich ihn die Arbeit an der Oper Aus einem Totenhaus sehr erschöpft hatte, spürte er das Bedürfnis, neben den in der Oper ausgedrückten allgemeineren Positionen auch ein intimes Bekenntnis zu schreiben. Die Intimen Briefe sind, wie ihr früherer Name Liebesbriefe andeutet, eine musikalische Liebeserklärung an Janáčeks Muse, die um 37 Jahre jüngere Kamila Stösslová. Im Februar 1928 schreibt er ihr: „Jetzt habe ich etwas Schönes zu schreiben begonnen. Darin wird unser Leben sein. Es wird den Titel „Liebesbriefe“ tragen. Ich denke, es wird entzückend klingen. Schließlich gab es doch dieser unserer lieben Geschichten schon genug! Das wird wie Feuerchen in meiner Seele sein und sie in den schönsten Melodien entzünden. Denk nur! Die erste Nummer habe ich schon in Hukvaldy geschrieben. Dieser Eindruck, als ich Dich zum ersten Male sah! Jetzt arbeite ich an der zweiten Nummer; ich denke, das wird aufblitzen auf dem heißen [Wort geschwärzt] in Luhačovice. Das Ganze wird insbesondere von einem besonderen Instrument getragen. Es heißt Viole d´amour – Viola der Liebe. Ach, ich freue mich darauf! In dieser Arbeit werde ich immer nur mit Dir sein! Niemand Dritter neben uns. Voll der Sehnsucht wie dort bei Dir in diesem unserem Himmel! Das werde ich gern tun!“ Janáček komponierte mit vollem Einsatz und vollendete das Quartett bereits nach zwanzig Tagen. Bei den Proben mit dem Mährischen Quartett nahm er noch einige Korrekturen vor, doch die Uraufführung des Werkes sollte er nicht mehr erleben. Smetanas Quartett Aus meinem Leben und Janáčeks Intime Briefe zählen zu den wichtigsten Streichquartetten der Musikgeschichte.

Eintrittskarten

Der Konzertabend am 8.12.2017 bietet ein Rezital der herausragenden Sängerin Simona Houda-Šaturová, die am Klavier von Martin Kasík begleitet wird. Zur ganz besonderen Atmosphäre dieses Abends wird nicht nur das Ambiente der Villa Löw-Beer beitragen, sondern auch das Programm mit weltbekannten Werken dreier Autoren, die eng mit Brno verbunden sind. So wird hier eine Auswahl aus Janáčeks Mährischer Volkspoesie in Liedern erklingen, die zu den bemerkenswertesten Werken des Komponisten aus seiner volkstümlichen Phase zählen. Weiter wird eine Komposition von Vítězslava Kaprálová zu hören sein. Die Tochter des Komponisten Václav Kaprál, eines Schülers von Leoš Janáček, war nicht nur eine charismatische junge Frau, die unter anderem Bohuslav Martinů den Kopf verdrehte, sondern vor allem eine außergewöhnlich begabte Komponistin und Dirigentin. Leider waren ihr nur 25 Lebensjahre vergönnt. Dennoch hinterließ sie eine Reihe von Werken, die klar ihr Talent beweisen. Eines davon ist das Lied Adieu und Tüchelein aus dem Jahr 1937, als sie ihr Studium bei Vítězslav Novák beendete. Die verinnerlichte Lyrizität ihrer Musik harmoniert in einzigartiger Weise mit Nezvals Poetik. Dritter Autor des Abends ist Pavel Haas, der wohl begabteste Schüler Janáčeks. Als einer von Wenigen war er zwar durch Janáčeks Musiksprache beeinflusst, schaffte es jedoch meisterhaft, dieser Erfahrungen mit den Strömungen der zeitgenössischen Avantgarde oder auch mit der eigenwilligen jüdischen Musikalität zu verbinden. Haas war einfach ein ungemein origineller Komponist, dessen hoffnungsvoller Weg jedoch 1944 mit seinem Tod im Konzentrationslager jäh endete. Sein nur selten aufgeführter Zyklus Sieben Lieder im Volkston aus den Jahren 1939-40 entstand in einer für Haas sehr belastenden Zeit. Um seine Ehefrau und seine Tochter vor den Folgen der Nürnberger Gesetze zu bewahren, hatte er sich scheiden lassen und sich von seiner Familie getrennt. Gewiss spielte auch diese Situation bei Haas’ Rückkehr zum mährischen Volkslied und zu seinem Lehrer Leoš Janáček eine Rolle. In seinem Liedzyklus verbindet Haas bravourös das Volkslied mit einer modern konzipierten Begleitung.

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