Konservatorium Brno

Autor Leoš Janáček

Dirigent Tomáš Krejčí

Regie Kristiana Belcredi


Tickets

Der Anfang eines Romans / Rákoš Rákoczy

Das Brünner Konservatorium ist eine Institution, um deren Entstehung sich Leoš Janáček in hohem Maße verdient gemacht hat. Erstmals werden sich nun seine Studenten mit einer abendfüllenden Inszenierung im Rahmen des Festivals präsentieren. Sie werden zwei Frühwerke Janáčeks einstudieren – die Oper Der Anfang eines Romans sowie Janáčeks einziges Ballett Rákoš Rákoczy unter der Regie von Kristiana Belcredi, einer Absolventin der Janáček-Akademie, und in Zusammenarbeit mit Ladislava Košíková und dem Folkloreensemble Hradišťan.

Das Ballett Rákoš Rákoczy ist aus Janáčeks Interesse an Volksliedern und Volkstänzen heraus entstanden, welches sich in seinem gesamten Werk aus jener Schaffensepoche niederschlägt. Es handelt sich im Grunde um eine Orchesterversion walachischer, lachischer und hannakischer Volkstänze wie dymák, kyjový, pilky oder silnice, holubička, sekerečka und andere, die Janáček selbst dokumentierte oder aus den Materialien der Volkskundlerin F. X. Běháková entnahm. Das Ballett Rákoš Rákoczy mit dem Untertitel „Ein Bild aus der Mährischen Slowakei mit ursprünglichen Tänzen und Gesängen in einem Akt“ wurde vom Prager Nationaltheater im Jahr 1891 zur Aufführung angenommen, als in der Stadt gerade die Jubiläumsausstellung stattfand. An der erfolgreichen Premiere beteiligten sich berühmte Solisten des Schauspiels und des Balletts wie Jindřich Mošna oder Eduard Vojan.

An der Oper Der Anfang eines Romans begann Janáček bald nach der Fertigstellung des Balletts zu arbeiten, als Vorlage wählte er eine Erzählung von Gabriela Preissová, die jedoch eine Bearbeitung des in Verse gefassten Librettos ablehnte, womit Janáčeks Schulkollege aus Gymnasialzeiten Jaromír Tichý als Autor zum Zuge kam. Janáček selbst bezeichnete die Oper als Vaudeville, ein Genre, das sich durch eine einfach gestrickte Handlung und volksnahe Gesänge auszeichnet. Ein reiche Inspirationsquelle boten dem Komponisten tatsächlich seine Aufzeichnungen aus den mährischen Dörfern. Der Anfang eines Romans hatte seine Premiere 1894 in Brünn und war Janáčeks erster Bühnenerfolg in dieser Stadt. Er arbeitete damals jedoch bereits an der Oper Jenůfa, und seine Vorstellung vom rechten Ausdruck in der dramatischen Kunst gewann bereits allmählich eine neue und originelle Gestalt. Dennoch stellen der liebenswürdige und naive Anfang eines Romans über die törichte Liebe eines Dorfmädchens und eines jungen Barons sowie das volkstümliche Ballett Rákoš Rákoczy ein interessantes und wichtiges Kapitel im Schaffen des Komponisten dar.

Patricie Částková